2016 Kloster Jerichow

Hochmittelaltertreffen in Jerichow – 05.-14.08.2016

 

Die Brandenburgunder hatten uns, die IG-13tes, und viele andere Hochmittelalterdarsteller zu einem Treffen der Hochmittelalterszene eingeladen. Leider war bei etlichen der geladenen Gruppen das Jahr bereits verplant und auch während der Vorbereitungsphase haben zusätzlich einige bereits gemeldete Personen und Gruppen aus beruflichen oder krankheitsbedingten Gründen abgesagt. Viele Gruppen haben jedoch, sollte das Treffen 2017 wieder stattfinden, ihre Teilnahme zugesagt (den Meisten war 2016 wohl einfach zu kurzfristig).
Das Treffen fand über den Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt, leider konnte ich nur von Freitag bis Mittwoch Mittag bleiben.

Teilgenommen haben schlußendlich:

– Die Brandenburgunder (Reiselager, versch. Darstellungen)
– Odo & Mara (Templerdarstellung)
– IG Mitima / IG-13tes(Buntmetallschmied und Haushaltsgewerk)
– Viatores Temporis /IG-13tes(Hochmittelalter in Mittelhessen um 1200)
– Farvelîn / IG-13tes(Färber- und Stickkunst)
– Diu Rœtelincers /IG-13tes(Schwarzschmied, dieses Mal war ich allerdings nur der Koch für die IG-13tes)
– Katharina von Suderburg (Adelsdarstellung)

Die, sich durch die schmale Besetzung ergebende, intime Atmosphäre tat jedoch der guten Laune keinen Abbruch und verschaffte der Orga (an dieser Stelle nochmals vielen Dank für Eure Arbeit!) ausreichend Luft, um sehr flexibel zur reagieren und das Organisieren einer solchen Veranstaltung im Kleinen zu üben.

Gerda, Markus, Shermin & Co. hatten immer ein offenes Ohr und waren für Verbesserungsvorschläge empfänglich. Es fanden Vorträge und Workshops u.a. über das korrekte mittelalterliche Brettchenweben statt (Wir haben erfahren, dass die Art Brettchenwebung die meistens ausgeübt wird, aus Anatolien stammt und nicht mittelalterlich ist), Slawische Kleidung des 10.Jhdts., das Adelsgeschlecht der Askanier und eine Wanderung zur Hochmittelalterlichen Kirche in Wulkow.
Die Vortragsthemen waren für mich persönlich nicht interessant und von anderen Teilnehmern hörte ich, dass besonders der Vortrag über die Askanier wohl eine typische Univorlesung war: Folie an Folie an Folie im Zeitraffertempo. Das Referat von Sylvia Krumbach über die Slawenkleidung des 10 Jhdts. soll lt. Aussage jedoch recht aufschlußreich und lebendig gewesen sein.

Als passionierter Langstreckenläufer, Wanderer und Naturbursche gefiel mir die „Gewanderung“ zur Kirche in Wulkow besonders gut. Wir sind ein kurzes, ca. 6km langes Teilstück des St. Jacobswegs von Jerichow nach Wulkow marschiert, haben dabei ein Schwarzstorchpaar entdeckt, wilde Zwetschgenbäume (mit Untermietern in den Zwetschgen) geplündert und viel Wald und Gegend bewundert.
Die Wulkower Kirche selbst stammt aus dem 12.Jh., wird aktiv genutzt und ist in Teilen noch original erhalten. Leider fehlt dem Dorf das Geld, um die dringend nötigen Restaurationsarbeiten, z.B. an der maroden Decke, durchzuführen.
Den Rückweg traten wir dann nur noch zu Dritt an, den meisten Teilnehmern war das Wetter etwas zu warm für einen weiteren Fußweg.

Leider konnte das geplante gemeinsame Abendessen im Winterrefektorium (mit Fotosession) nicht stattfinden, da sich dort zeitgleich eine Hochzeitsgesellschaft aufhielt. Da das Wetter jedoch trocken und warm war, haben wir das Essen kurzerhand nach draußen verlegt und uns an der langen Tafel die Bäuche vollgeschlagen. Jeder hatte gekocht, gebacken und geformt, natürlich unter Beachtung der im 13.Jh. zur Verfügung stehenden Zutaten. Besonders Shermins arabische Dattelröllchen haben in meinem Mund eine wahre Geschmacksexplosion ausgelöst, ich hoffe sie veröffentlicht das Rezept (Bitte Bitte Shermin, ich werde das dann gerne verlinken)!

Nachtrag 22.08.2016:

Shermin, sei bedankt und geknutscht! Das Rezept einer der wohl leckersten Köstlichkeiten (zumind. nach meinem Geschmack) findet Ihr hier: Energy-Balls aus dem Mittelalter

Natürlich blieb bei all den geplanten Tätigkeiten genügend Zeit und Muße für z.B. Schnitzarbeiten an den Griffen meines neuen Zugmessers, einen spontanen Workshop „Feuer machen mit Stahl und Stein“, den ich abhalten durfte, sowie Klönschnack und abendliche, gemeinsame Runden mit Bier, Wein und Gelächter.

Im nächsten Jahr gerne wieder, dann vielleicht ja auch mit etwas zahlreicheren Teilnehmern.