Museumsfest in Meppen April 2017

Untertitel: I survived Meppen

Die Füße tauen langsam wieder auf, ich kann die Finger schon etwas bewegen und somit ist es Zeit für einen kleinen Bericht:
Auf Einladung von Volkelin war ich im April 2017 zu Gast auf dem Museumsfest des Meppener Archäologiemuseums. Es war kalt. Es war furchtbar kalt! Temperaturen um 5-7°C Tagsüber(um 3°C – 4°C in der Nacht), Wind und zeitweiser Regen, machten diese Veranstaltung zu einer echten Prüfung für den Living-Historian. Aber Museumsleiterin Silke und Assistentin Lea mitsamt Ihrem Stab, taten alles menschenmögliche, um uns und den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Heißgetränke und Stärkung standen jederzeit parat und wer wollte konnte in der nahen Jugendherberge übernachten. Britta(Volkelin) und ich haben es uns aber nicht nehmen lassen und haben nach dem Motto: „Nur die Harten komm‘ in‘ Garten“, in unseren Kegelzelten übernachtet. Dank des dicken Zeltleinens, Wollsocken, Gugel und zwei Wolldecken, waren die Nächte zwar kalt, aber erträglich. Tagüber liefen wir dann aber doch meist in Trippen herum, da die Bodenkälte zu schnell durch die dünnen Wendeschuhe drang. Auch unseren Mit-Darstellern von Hortus Lupi und Furor Normannicus erging es natürlich nicht besser.
Auf jeden Fall hatte ich immer dankbare Abnehmer für noch warme Schmiedestücke (die wurden dann mit den eiskalten Händen abgeschreckt und gehärtet) und viele Menschen in der Nähe der heißen Esse. Ich nutzte die geringen Besucherzahlen, um ein Video über das Schmieden eines kleinen Kerzenhalters abzufilmen, leider hat mein Camcordermikrophon nichts aufgenommen, ich werde also noch einmal drehen müssen.

Am Samstagabend waren alle zu einem gemeinsames Essen eingeladen dass Museumsleiterin Silke organisiert hatte, sowie im Anschluß zu einem Konzert der Leipziger Musikgruppe „Nimmerselich„, die Musikstücke vom Hoch- über das Spätmittelalter, bis in die Renaissance zu Gehör brachten. Dabei kamen originale Instrumentennachbauten zum Einsatz, wie z.B. Knickhalslauten oder das mir bis dahin völlig unbekannte Portativ.
Angesichts der Witterung und der am Sonntag anstehenden Kommunion (das Emsland ist zu meiner Verwunderung, katholisch!?), waren die Besucherzahlen…ich sage mal…..überschaubar.
Auch war die Veranstaltung am Sonntag, extra für die Meppener Politprominenz inszeniert, dann doch eher entäuschend. Die wurde von den anwesenden Honoratioren wohl unter der Rubrik: „Notwendiges Übel“ verbucht. Die Damen und Herren waren zumindest genauso schnell wieder verschwunden, wie sie erschienen waren. Politiker halt. Wenn die Kameras aus sind, gibts keinen Grund zu bleiben. Auf der anderen Seite zeigt ein solches Beispiel sehr prägnant welchen Stellenwert Kultur, Geschichte und unser Erbe in Politik und Wirtschaft einnehmen.
Somit gab es auch keinen Grund, das für Sonntag anvisierte offizielle Ende um 18:00 Uhr wahrzunehmen und Silke blies die Veranstaltung um 17:00 Uhr ab. Sehr schade, hatten die Mitarbeiter des Museums doch viel Mühe und Vorbereitung investiert. Auch für uns Darsteller war das selbstverständlich etwas frustig, aber die Gastfreundschaft hat vieles wieder wett gemacht.
Fazit: Hart(Kalt) aber Herzlich.